Verfolgung von Christen: Äußerst bedauerliche Verzögerung

COMECE bedauert es sehr, dass die 27 EU-Außenminister am 31. Januar keine Einigung über eine gemeinsame Erklärung zur Verurteilung der religiösen Verfolgung erzielen konnten.
Veröffentlicht: 3. 2. 2011 18:30

Brussels (BE): Die Übereinkunft kam wegen interner Meinungsverschiedenheiten unter den Außenministern über die Frage eines speziellen Bezugs zu Christen als Opfer von religiöser Verfolgung nicht zustande. COMECE wundert sich hierüber, ist sich die europäische Öffentlichkeit doch über die besondere Situation der Christen im Nahen Osten nach den neuerlichen Angriffen auf Kirchen im Irak und Ägypten bewusst geworden. Dieser diplomatische Aufschub ist umso unverständlicher als dass Unschuldige in grausamen Angriffen gegen Christen und andere Minderheiten in aller Welt ums Leben kommen.

Darüber hinaus haben das Europäische Parlament am 20. Januar und Europarat am 27. Januar bereits den Weg für eine spezifische Verurteilung der Verfolgung von Christen bereitet. Beide hatten Resolutionen angenommen, die die Gewalt gegen Christen ausdrücklich missbilligen.

Die neuerlichen Angriffe gegen Christen sind keine Einzelfälle. Statistiken über Religionsfreiheit der vergangenen Jahre zeigen, dass die Mehrzahl von Handlungen religiöser Gewalt gegenüber Christen begangen wurde. Die Lage ist im Nahen Osten insbesondere im Irak ernster geworden, wo die Verfolgung in den nächsten Monaten zu einem Verschwinden christlicher Gemeinschaften führen kann.

Das Engagement der EU für Grundrechte und Religionsfreiheit einzutreten, ist eindeutig im EU-Vertrag und in der Grundrechte-Charta festgelegt und wurde in verschiedenen Erklärungen bestätigt.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir nun, dass die EU konkrete Maßnahmen ergreift, um diese generellen Prinzipien in signifikantes politisches Handeln zu verwandeln.